Geschichte

2CV Schweiz

Die Schweizer Club-Szene besteht seit ca. 1970 – in den Anfängen waren es vor allem Aktivitäten von regionalen Deux Chevaux-Clubs, Ausfahrten, damals noch ausschliesslich im Konvoi, dann Grillfeste, Tagesausflüge und auch bereits das erste Pfingsttreffen in den Bergen. In Deutschland gab es bereits vor 1970 Clubs mit entsprechenden Aktivitäten und so war es nahe liegend, auch Freunde in der Schweiz zu besuchen, was dann zu den ersten internationalen Treffen führte, mit immer mehr Teilnehmenden. Die weitesten reisten sogar von Wien an. Schweizer 2CV’s nahmen in den 70ern auch an den 2CV-Raids Paris-Persepolis, Paris-Kabul und anderen legendären Aktivitäten teil. 1973 wurde das erste POP-CROSS in Argenton s. Creus (F) ausgerichtet an dem ebenfalls Schweizer Teams teilnahmen, damals noch ohne Chancen – doch die Schweizer entwickelten sich und wurden zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil der 2CV-Cross- Szene die ihre Rennen vorwiegend in Frankreich und Italien austrugen. Auch an der Raid USA, am Raid Kanada und an den Raids in Australien waren immer wieder Schweizer 2CV- Teams vertreten.

Die Schweizer Treffenszene entwickelte sich parallel zu der Cross und Raid-Szene – fast jeder Schweizer 2CV-Club richtete bald einmal ein Treffen aus, ob man das Wochenende im Thurgau in einer Kiesgrube verbrachte, in der Westschweiz am Bielersee, im Wallis und der Zentralschweiz in der herrlichen Bergwelt oder im Tessin bei Risotto und Rotwein – immer auch waren Freunde aus ganz Europa anwesend – aber nicht nur von den Nachbarländern reiste man an, nein, auch von Belgien, Holland und Dänemark und das übers Wochenende! Natürlich war das Ansporn für uns Schweizer, diese Freunde ebenfalls zu besuchen und so reisten auch wir übers Wochenende weit herum in Europa und wie gross war jeweils die Freude, wenn man Freitagnachts nach 5 bis 8-stündiger Fahrt noch einige Typen am Lagerfeuer traf, um mit ihnen den sicher mehr als verdienten Begrüssungstrunk zu kredenzen. Ja, manche brachten es sogar fertig an einem Wochenende 3 verschiedene Treffen zu besuchen – das war aber nur möglich, wenn man Freitagnachmittag unter dem Motto „wenn Chef weg – ich auch weg“ frühzeitig losfahren konnte.

Die Schweizer-Szene und deren Treffen waren und sind immer noch international besucht. Mit der Zeit hat sich unser Pfingsttreffen als eigentliches Nationaltreffen etabliert, das bis heute jedes Mal von einem anderen 2CV-Club an einem anderen Ort in der Schweiz ausgetragen wird – waren es in den Anfängen (bis 1985) hunderte von Döschwos die teilnahmen, pendelte sich dieser Werte in den letzten Jahren bei 120-150 Fahrzeugen ein – immer ein schönes gemütliches Treffen mit viel Folklore (siehe Bilder). Jedes Jahr finden 2CV-Treffen in den Regionen Mittelland, Wallis, französische Schweiz, Zentralschweiz und Tessin statt, die rege besucht werden. Eine denkwürdige Aktion fand im Oktober 1987 in der Schweiz statt – eine Döschwo-Beerdigung aus Anlass des Einführungsstopps des Döschwos in die Schweiz ab 1. Oktober 1987. Dies infolge verschärfter Abgasnormen. Von zwei als Pferde dekorierten Döschwos wurde ein Leichenwagen gezogen, darin eine „Urne“ mit Döschwoersatzteilen. Diese Prozession erstreckte sich über einige Kilometer, begleitet von Guggenmusik, zum „Grabstein“, ein senkrecht aufgerichteter Döschwo, dort wurden Reden gehalten und Lieder gesungen – ein gebührender Abschied für den Döschwo von der Schweiz, von dem auch in der Presse europaweit berichtet wurde.

Es war immer eine tolle Zeit – die Zeit auch der freien Liebe, geliebt wird international und auf freier Wildbahn, vor während und nach dem Treffen, am liebsten im Döschwo (die Federtöpfe können ein Quietsch-Liedchen davon singen). Das zog automatisch diverse Hochzeiten nach sich, zu denen eingefleischte Döschwoler bis nach Dänemark reisten – jedesmal ein tolles Fest – ja und diesen Hochzeiten folgten meist Kinder und so wurde das wilde Treffenleben auch zum Familientreff. Viele dieser damaligen Kinder sind heute noch dabei und begründen nun die 3. Generation der Döschwofreaks und Treffen-Fahrenden, eben die Generation X und Z die nun das Welttreffen 2021 ausrichten wird.